Silke Königsberger

Da Silke Königsberger, Ex-Chefin des Kaufbeurer Jobcenters, schon einmal vorausschauend Bildungsgutscheine der Agentur für Arbeit oder von Jobcentern als Zahlungsmittel für ihre Beratungen als „Lebenscoach“ ablehnt, scheint sie nicht gutsituierte Renditejäger, sondern eigentlich doch ihr Jobcenter-Klientel als Zielgruppe ihrer Beratertätigkeit im Auge zu haben.

Falls Königsberger noch als Beamtin arbeitet, stellt dieser Nebenerwerb sehr wohl einen Interessenkonflikt dar. Und die Frage schwebt im Raum: wieso ein Bürger in einer Notlage von Königsberger nur umfassend beraten wird, wenn er sie zusätzlich bezahlt?

Ob die auf Profit ausgerichteten Aktivitäten von Königsberger nun legal oder illegal sind, es ist in jedem Fall der Gipfel des Zynismus, dass sich eine Führungsoffizierin der Hartz-Gestapo als „Lebenscoach“ vermarktet.

Diese scheinheilige Behörde vernichtet Existenzen und begleitet den sozialen Abstieg der betroffenen Beitragszahler ohne zu helfen. Königsberger ist ein besonders perfides Exemplar dieses Beamtentyps.

Das von der Agentur für Arbeit bewusst abgespaltete Unternehmen „Jobcenter“ sorgt für billigen und willigen Nachschub im immer größer werdenden Niedriglohnsektor, der wiederum Kinder- und Altersarmut befeuert.

Einen hab ich noch:

Eine Hartz-Tussi, wie Königsberger, als „Lebenscoach“ ist in etwa so, wie wenn Graf Dracula einen Blutspendedienst gründen würde./up

Hartz IV sollte keine Option sein

Arbeitsagentur Marktoberdorf: Wir warten auf Hartz IV

Arbeitsuchende kennen das Problem: Für Weiterbildungsmaßnahmen gibt es bei der Agentur für Arbeit angeblich kein Budget. Die Kassen seien leer. Der Wirtschaft gehe es schlecht. Zum Glück hat wenigstens die Kanzlerin noch irgendwo Geld gebunkert, um das Elend dieser Welt in Deutschland bekämpfen zu können.

Und auch anderswo scheint für spezielle Fälle ein Budget vorhanden zu sein. Zum Beispiel in dem betulichen allgäuer Örtchen Marktoberdorf: Hier leben die AgenturmitarbeiterInnen eine ländliche Ermessens- und Amigokultur. Unter der Führung von Erika Weber, die normal Sterblichen nicht einmal eine Audienz gewährt (entgegen der Veröffentlichungen ihrer PR-Abteilung), werden zum Beispiel arbeitsuchende Mitfünfziger über mehrere Jahre auf Kosten der Beitragszahler umgeschult, um dann direkt sanft in die Frührente hinüberzugleiten. Anderen Antragstellern wird nicht einmal ein berufsspezifischer Kurs bewilligt. Für das Fußvolk, ohne relevante Sozialkontakte vor Ort, gibt es nur ein planloses, nicht branchenbezogenes Bewerbertraining, wo die zuständige Agentur beinahe jeden Arbeitsuchenden hinschickt, egal welchen Lebenslauf dieser mitbringt. Das macht ja auch irgendwie Sinn, da man für eine Arbeitsstelle sowieso nach Kempten, Augsburg oder München pendeln oder umziehen muss.

Daher scheint es auch nicht weiter verwunderlich, dass in dem verschlafenen Außenposten der Agentur für Armut nicht gerade die pfiffigsten Beamten dieser Behörde ihren Dienst verrichten. Oder ist es normal, dass eine Mitarbeiterin des Arbeitsamtes nicht einmal den Werdegang eines Arbeitsuchenden kennt, selbst dann nicht, wenn mittlerweile ein Gerichtsverfahren anhänging ist? Zitat: „In seinem erlernten Beruf als Drucker wollte er nicht mehr arbeiten.“ Bärbel Ziltz-Steinert, Mitarbeiterin der Arbeitsagentur Marktoberdorf. Der erlernte Beruf des Arbeitsuchenden ist: Schriftsetzer. up

Weiterlesen …