Hartz IV sollte keine Option sein

Arbeitsagentur Marktoberdorf: Wir warten auf Hartz IV

Arbeitsuchende kennen das Problem: Für Weiterbildungsmaßnahmen gibt es bei der Agentur für Arbeit angeblich kein Budget. Die Kassen seien leer. Der Wirtschaft gehe es schlecht. Zum Glück hat wenigstens die Kanzlerin noch irgendwo Geld gebunkert, um das Elend dieser Welt in Deutschland bekämpfen zu können.

Und auch anderswo scheint für spezielle Fälle ein Budget vorhanden zu sein. Zum Beispiel in dem betulichen allgäuer Örtchen Marktoberdorf: Hier leben die AgenturmitarbeiterInnen eine ländliche Ermessens- und Amigokultur. Unter der Führung von Erika Weber, die normal Sterblichen nicht einmal eine Audienz gewährt (entgegen der Veröffentlichungen ihrer PR-Abteilung), werden zum Beispiel arbeitsuchende Mitfünfziger über mehrere Jahre auf Kosten der Beitragszahler umgeschult, um dann direkt sanft in die Frührente hinüberzugleiten. Anderen Antragstellern wird nicht einmal ein berufsspezifischer Kurs bewilligt. Für das Fußvolk, ohne relevante Sozialkontakte vor Ort, gibt es nur ein planloses, nicht branchenbezogenes Bewerbertraining, wo die zuständige Agentur beinahe jeden Arbeitsuchenden hinschickt, egal welchen Lebenslauf dieser mitbringt. Das macht ja auch irgendwie Sinn, da man für eine Arbeitsstelle sowieso nach Kempten, Augsburg oder München pendeln oder umziehen muss.

Daher scheint es auch nicht weiter verwunderlich, dass in dem verschlafenen Außenposten der Agentur für Armut nicht gerade die pfiffigsten Beamten dieser Behörde ihren Dienst verrichten. Oder ist es normal, dass eine Mitarbeiterin des Arbeitsamtes nicht einmal den Werdegang eines Arbeitsuchenden kennt, selbst dann nicht, wenn mittlerweile ein Gerichtsverfahren anhänging ist? Zitat: „In seinem erlernten Beruf als Drucker wollte er nicht mehr arbeiten.“ Bärbel Ziltz-Steinert, Mitarbeiterin der Arbeitsagentur Marktoberdorf. Der erlernte Beruf des Arbeitsuchenden ist: Schriftsetzer. up

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