AfD

Die TV-Journalistin Hassel fragt den AfD-Vorsitzenden Gauland in einem Politik-Talk nach dem Rentenkonzept seiner Partei Alternative für Deutschland. Gauland gibt zu, dass bisher kein alternatives Konzept zu dieser Frage erarbeitet wurde. Und das ein paar Tage vor der Bundestagswahl.

Geschadet hat dieses Interview der AfD nicht, hätte es aber, wenn man die Köpfe dieser Partei Monate zuvor mit politischen Sachthemen konfrontiert hätte, anstatt sie in Talkshows als Nazis zu beschimpfen.

Auf die Frage wie man denn mit den AfD-Vertretern im Parlament umgehen wolle, da ein Einzug der AfD laut den Umfragen wahrscheinlich sei, antworteten etablierte Politiker unisono: „Wir werden sie mit politischen Themen konfrontieren.“ Guter Plan. Nur warum hat man gewartet bis die AfD im Parlament sitzt?

Ein-Themen-Partei

Die AfD hat die etablierten Parteien im Wahlkampf mit einem einzigen Thema vor sich hergetrieben: „Angst vor Überfremdung“. Wie wurde darauf reagiert? Man hat diese Angst als unbegründet abgetan. Im Fernsehen wurden immer wieder Statistiken und Grafiken gezeigt, die belegen, wie wenig Ausländer eigentlich in Deutschland leben. Oberflächlich betrachtet stellt Zuwanderung für dieses Land also kein Problem dar. Richtet man den Fokus allerdings auf die Fragen: wie und wo leben die Flüchtlinge in Deutschland, werden die Probleme sichtbar. Asylbewerberheime entstehen fast ausschließlich in den armen Gegenden und Vierteln der Städte.

Auf wen treffen die Kriegsflüchtlinge hier? Zum Teil auf andere Migranten oder deren Nachkommen: Türken, Italiener, Russlanddeutsche … und sehr viele deutschstämmige Verlierer der Hartz-Reformen: Arbeitslose und Niedriglöhner in prekärer Beschäftigung.

Ein paar offensichtliche Probleme, die aus dieser Gemengelage entstehen:

1) In vielen deutschen Städten gibt es mittlerweile Armenghettos.

2) Zur Armut kommen aufgrund der vielen Nationalitäten Verständigungsprobleme hinzu.

3) Es gibt nicht nur Deutschen Rassismus. Einige eingereiste Ethnien und Nationalitäten pflegen untereinander traditionell gewachsene Vorbehalte. Diese Gefahr für die Allgemeinheit sollte man nicht unterschätzen.

4) Wenn in einem Mietshaus mit drei Eingängen und 24 Mietparteien, nur noch zwei, drei deutschstämmige Familien zu finden sind, sollte die Politik davon ausgehen, dass die Wahlberechtigten dieser Familien garantiert nicht links oder die Mitte wählen. Sie werden der rechtsradikalsten Kraft auf dem Wahlzettel ihre Stimme geben.

Die Hartz-Reformen haben Deutschland gefährlich tief gespalten. Das falsche Management in der Flüchtlingsfrage haut eine weitere tiefe Kerbe in das angeknackste Volksempfinden.

Was tun?

Es ist wichtig den Abgehängten aus dem eigenen Volk wieder eine Perspektive zu bieten, um rechter Gesinnung den Nährboden zu entziehen. Was meine ich konkret damit? Zum Beispiel muss es auch für Erwachsene Rechtsansprüche auf Bildung (Umschulung etc.) geben. Kein Beitragszahler kann es verstehen, dass Neuankömmlingen von fremden Kontinenten Schulen und Ausbildungen finanziert werden, während ehemalige deutsche Arbeitnehmer in der Perspektivlosigkeit dahinvegetieren. Nur Almosen (Hartz IV) zu verteilen, ist keine Perspektive.

Außerdem wollen die Menschen wissen, wer ihre neuen Nachbarn sind. Darum wäre es klug, nicht nur wert darauf zu legen, dass die Asylbewerber Deutsch lernen – das kann unter Umständen sehr lange dauern – sondern auch dafür zu sorgen, dass genügend Dolmetscher, die die jeweiligen Sprachen sprechen, zur Verfügung stehen. Gleichzeitig sollte es eine psychologische Betreuung geben, da die Asylbewerber aus Kriegsgebieten kommen und eine Flucht übers Mittelmeer hinter sich haben. Das reicht mit Sicherheit aus, um traumatisiert zu sein. Unter die zahlreichen eingereisten Opfer mischen sich wenige Täter. Die gilt es aber herauszufiltern. Und das kann nur funktionieren, wenn man die Geschichten der Flüchtlinge kennt und es keine Verständigungsprobleme gibt.

Gauland – ein Beispiel für misslungene Integration

Merkel hat neben der unkoordinierten Grenzöffnung, ohne Feststellung von Identitäten, einen weiteren schweren Fehler begangen: Sie hat CDU-Konservative, die mit Merkels Politik nicht einverstanden waren, wie Alexander Gauland, mobben lassen und aus der CDU vertrieben. Ein altgedienter Politiker und Herausgeber einer Zeitung ist nicht irgendwer. So jemand hat das Know-how und ein Netzwerk, um in kürzester Zeit einen eigenen politischen „Laden“ aus dem Boden zu stampfen. Und so ist das rechtsradikale Gedöns der AfD auch der private Rachefeldzug eines alten Mannes, der nichts mehr zu verlieren hat. up

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