Die Freizügigkeit des ElendsGrenzübergreifender Handel auf deregulierten Märkten führt zu Abwanderung der produzierenden Arbeitsplätze in die Ecken der Welt, wo die Ressource „menschliche Arbeitskraft“ am wenigsten kostet und am schlechtesten geschützt wird (keine Arbeitnehmervertretungen). Aus diesem Grund gibt es in Deutschland, bis auf wenige Ausnahmen, keine Textilindustrie mehr.

Fast alle Textilproduzenten haben mittlerweile Fabriken in der Dritten Welt. Sie stellen ihr Engagement als gute Tat dar. In Wirklichkeit ist es Ausbeutung der übelsten Sorte. (Eine gute Tat wäre es, diesen Ländern zu helfen, eine eigene, vom Ausland unabhängige, Industrie aufzubauen.) Allein im Freistaat Bayern sind aufgrund der globalisierten Märkte ca. 40.000 Arbeitsplätze der Textilindustrie in Dritte-Welt-Länder abgewandert.

Ähnlich sieht es in anderen Branchen aus. Warum steht das größte Werk der deutschen Premium-Automarke BMW nicht in Deutschland, sondern in den USA? Immer wieder geistert durch die Medien: Deutschland sei Exportweltmeister. Nur… sind diese Waren auch von deutschen Arbeitern in Deutschland hergestellt worden?

Das Produzierende Gewerbe ist der wichtigste Multiplikator für den Wohlstand eines Landes. Gibt es keine Produktionsstätten mehr, verelendet ein Land. Der Großteil der Bevölkerung hat kein Geld mehr für Konsum. Die Folgen: Gasthäuser und Lokale schließen. Einzelhändler gehen pleite. Freizeiteinrichtungen wie Schwimmbäder und Bibliotheken können aufgrund zurückgehender Gewerbesteuereinnahmen nicht mehr betrieben werden. Fehlende Gewerbesteuern sind auch ein Grund für die immer schlechter werdenden Straßenverhältnisse in vielen Regionen des Landes.

Und die Zahl der Arbeitslosen steigt weiter. Ein Teufelskreis. Fast jeder Arbeitslose ist länger als zwölf Monate ohne Job und landet im Arbeitslosengeld II (Hartz IV). Die Agentur für Arbeit nennt in den offiziellen Statistiken nur die Zahl der Bezieher von Arbeitslosengeld I. Weite Teile der Qualitätsmedien übernehmen diese gefakten Statistiken kommentarlos. Es ist allerdings ein großer Unterschied, ob es zwei Millionen oder acht Millionen Erwerbslose gibt. Und dann wäre da noch die Zahl der Aufstocker (Menschen die arbeiten, aber vom erzielten Einkommen nicht leben können.).

Aufgrund der Dumpinglöhne und einem privatisierten Wohnungsmarkt sind mittlerweile sogar Menschen mit Arbeitsplatz von Obdachlosigkeit betroffen (https://www.zdf.de/politik/frontal-21/obdachlos-trotz-arbeit-100.html). Unter den Brücken deutscher Großstädte leben sie dann den Traum von einem vereinten Europa und  teilen ihren Schlafplatz mit Rumänen und Polen.

Eine Regierung, die ihre Bürger auf der Straße verrecken lässt, hat ihre Legitimation längst verloren. up

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